TOGAF wird in der Praxis pragmatisch und auf den Kontext der Organisation abgestimmt angewendet. Der TOGAF® Standard schreibt nicht vor, dass alle Bestandteile oder Phasen immer vollständig durchlaufen werden müssen. Organisationen nutzen die Bestandteile, die erforderlich sind und einen Mehrwert schaffen.
Ein praktischer Einstieg ist relativ einfach. Beginnen Sie mit einem kleinen Team aus drei oder vier erfahrenen Spezialisten, die fachlich und kommunikativ stark sind und damit die Rolle des Architekten übernehmen. Darüber hinaus nutzen Sie das bereits bestehende Managementteam. Das Architekturteam macht Auswirkungen und Handlungsoptionen transparent und unterstützt damit die Entscheidungsfindung durch das Managementteam.
Beginnen Sie anschließend für jede relevante Veränderung mit einer kompakten Architecture Vision. Beschreiben Sie beispielsweise auf einer DIN-A4-Seite die Veränderung, die wichtigsten Auswirkungen und die Lösungsrichtung für Business, Anwendungen und Technologie (BAT). Dadurch entsteht schnell ein gemeinsames Verständnis der Veränderung, der wichtigsten Architekturfragen und der zu treffenden Entscheidungen.
Die Architecture Development Method (ADM) dient anschließend als Leitfaden. Abhängig von der Veränderung können eine oder mehrere ADM-Phasen durchlaufen werden, um die Architecture Vision weiter auszuarbeiten, Lösungsrichtungen zu bestimmen und die Umsetzung zu begleiten.
Die Anwendung kann von einer kleinen Veränderungsinitiative bis hin zu einer unternehmensweiten digitalen Transformation reichen. Die ADM kann iterativ angewendet und mit bestehenden Arbeitsweisen kombiniert werden, darunter Agile sowie Projekt- und Programmmanagement.
Ein wichtiges Grundprinzip ist das Tailoring: TOGAF wird an Umfang, Komplexität, Governance und Arbeitsweise der Organisation angepasst. Ziel ist es nicht, TOGAF vollständig abzuarbeiten, sondern Enterprise Architecture so anzuwenden, dass sie konkret zur gewünschten Veränderung beiträgt.