Was ist die European Interoperability Reference Architecture (EIRA©)

Im vorherigen Teil dieser Blog-Serie wurden die 12 Interoperabilitätsprinzipien des EIF-Rahmens erläutert, in diesem Teil werden die 4 Ansichten der EIRA im Detail diskutiert.

Das ISA2-Programm der Europäischen Kommission entwickelt derzeit die European Interoperability Reference Architecture (EIRA©) zur Klassifizierung und Organisation interoperabilitätsrelevanter Bausteine, die für die Bereitstellung digitaler öffentlicher Dienste verwendet werden können. Ziel ist es, die Interoperabilität und Wiederverwendung bei der Entwicklung öffentlicher Dienste zu erleichtern und voranzutreiben.

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DEU - EIRA Form V1 - type1


EIRA ist ein Metamodell für Architekturinhalte, das die wichtigsten architektonischen Bausteine (ABBs) definiert, die für den Aufbau interoperabler E-Government-Systeme erforderlich sind. Die EIRA© bietet eine gemeinsame Terminologie, die von Personen verwendet werden kann, die für öffentliche Verwaltungen in verschiedenen Architektur- und Systementwicklungsaufgaben arbeiten. Die EIRA verwendet (und erweitert) die ArchiMate-Sprache als Modellierungsnotation und verwendet die Serviceorientierung (SOA) als Architekturstil.

EIRA sieht vier relevante Sichten, die zur Entwicklung von Architekturen in der öffentlichen Verwaltung notwendig sind:

  1. Legal view
  2. Organizational view
  3. Semantic view
  4. Technical View

1. Legal view

Die Legal View modelliert die wichtigsten Instrumente zur Ermöglichung und Umsetzung der öffentlichen Politik, die zur Unterstützung der rechtlichen Interoperabilität in Betracht gezogen werden müssen.

2. Organizational view

Die Organisationsansicht modelliert die wichtigsten Architekturbausteine, die berücksichtigt werden müssen, um die organisatorische Interoperabilität zwischen Anbietern und Nutzern eines öffentlichen Dienstes zu unterstützen.

3. Semantic view

Die semantische Sicht modelliert die wichtigsten Architekturbausteine, die berücksichtigt werden sollten, um die semantische Interoperabilität des Informationsaustauschs zwischen Verwaltungen, Unternehmen und Bürgern zu unterstützen.

4. Technical view – Application

Die Ansicht „Technisch – Anwendung“ enthält die wichtigsten Bausteine der Anwendungsarchitektur, die berücksichtigt werden müssen, um die technische Interoperabilität beim Erstellen einer interoperablen europäischen Lösung zu unterstützen. Eine interoperable europäische Lösung kann eine oder mehrere öffentliche Richtlinien unterstützen.

4. Technical view – Infrastructure

Die Infrastruktursicht bietet ein Metamodell für Architekturinhalte für die wichtigsten branchenübergreifenden Infrastrukturdienste sowie unterstützende Hosting- und Netzwerkfunktionen, die berücksichtigt werden müssen, um die technische Interoperabilität bei der Erstellung einer interoperablen europäischen Lösung zu unterstützen. Der Unterschied zum Anwendungsteil der technischen Sicht besteht darin, dass die Architekturbausteine in der Infrastrukturansicht für Lösungen in allen Regierungsbereichen als relevant angesehen werden.

Im März 2019 wurde ein neues EIRA-Release v.3.0.0 online gestellt. Gegenüber der Vorgängerversion enthält es viele Verbesserungen wie:

  • Überarbeitung der Architekturbausteine ​​unter Berücksichtigung ihrer Interoperabilität und Relevanz für integrierte öffentliche Dienste der EU
  • Anpassung an das neue European Interoperability Framework hinsichtlich des EIRA Metamodels
  • Angleichung an die EU-Datenschutzgrundverordnung (DSGVO), Einführung des Standpunkts zum Datenschutz bei der Interoperabilität
  • Überarbeitung der EIRA-Ansichten und Standpunkte
  • Aktualisierung auf ArchiMate® 3.0.1

Die gemeinsame Nutzung des EIRA© bei der Entwicklung, Bewertung und Kommunikation von E-Government-Lösungen führt zu Netzwerkeffekten und wird die Koordinierung zwischen den öffentlichen Verwaltungen auf EU-Ebene und in den Mitgliedstaaten verbessern.

Die gemeinsame Nutzung der EIRA führt zu folgenden Vorteilen:
  • Entwicklung interoperablerer E-Government-Lösungen: Durch die konsequente Verwendung von EIRA© bei der Entwicklung von E-Government-Lösungen werden sie ausfolgenden Gründen interoperabler:
    • Das EIRA© bietet eine gemeinsame Sprache der Architekturbausteine ​​für den Entwurf und Vergleich der Lösungsarchitekturen von E-Government-Lösungen.
    • Die EIRA© fördert die Identifizierung und Verwendung gemeinsamer Interoperabilitätsspezifikationen, die eine Grundlage für stabile Schnittstellen zwischen digitalen öffentlichen Diensten bilden sollen.
    • Die EIRA© trägt dazu bei, die Grundsätze und Empfehlungen des EIF bekannter zu machen und stärker zu nutzen.
    • Verstärkte Anwendung der Prinzipien der serviceorientierten Architektur (SOA).
  • Kosteneinsparungen durch eine bessere Bewertung der Lösungsportfolios: Der EIRA© trägt dazu bei, Kosteneinsparungen im Zusammenhang mit der Rationalisierung des Portfolios von Lösungen und Lösungsbausteinen zu erzielen (z. B. Abschaffung überflüssiger SBBs oder Generalisierung von Bausteinen)
  • Kosteneinsparungen durch verbesserte Auffindbarkeit: Mit EIRA© und TES Cartography können wiederverwendbare Lösungsbausteine ​​konsistent dokumentiert und klassifiziert werden, sodass wiederverwendbare und interoperable Lösungsbausteine ​​leichter gefunden und verstanden werden können.
EIRA unterstützt die Entwicklung von e-Government-System in verschiedenen Bereichen:
  • Beschleunigung des Entwurfs von Systemen zur Unterstützung der Bereitstellung interoperabler digitaler öffentlicher Dienste (über Grenzen und Sektoren hinweg)
  • Bereitstellung eines Referenzmodells für den Vergleich vorhandener Architekturen in verschiedenen Politik- und Themenbereichen, um Schwerpunkte für Konvergenz und Wiederverwendung zu ermitteln
  • Unterstützen der Dokumentation der wichtigsten Interoperabilitätselemente komplexer Systeme und Erleichterung des Austausches wiederverwendbarer Lösungen
  • Erleichtern Sie die Ermittlung und Wiederverwendung von Interoperabilitätslösungen mithilfe des CarTool

 

Im nächsten Teil dieser Blog-Serie werden wir CarTool ausführlicher diskutieren.

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